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Historischer Feldtag in Berschweiler bei Kirn zeigt Landwirtschaft der 50er-Jahre

Der dritte historische Feldtag in Berschweiler bei Kirn am Sonntag, 20. August 2017 – um 10.00 Uhr beginnend – wirft seine Schatten voraus. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Felder für die Vorführungen sind angemäht, um einen reibunglosen Ablauf zu gewährleisten, damit die vielen Gäste, die erwartet werden, einen Tag in der Vergangenheit erleben, und dabei eintauchen können in eine Landwirtschaft wie zu Großelterns Zeiten.

Vor kurzem wurden mit einem alten Bautz-Mähdrescher mit seitlichem Sackstand die Felder angemäht. Dieser Mähdrescher war vor 50 Jahren in Deutschland sehr verbreitet. Die meisten dieser Maschinen wurden über die Jahre mit einem Korntank versehen, um das Getreide lose auf einen Anhänger zu verladen. Mittlerweile sind die meisten schon ein Opfer des Schrotthändlers geworden.

Der Veranstalter hat bei der Suche nach solch einem Mähdrescher vor zwei Jahren darauf geachtet, dass dieser noch im Originalzustand und ohne Körnertank, also nur mit Sackstand, ist. Dieser wurde in wochenlanger öl- und fetthaltiger Arbeit wieder instandgesetzt. Der Bautz T 600 Mähdrescher war damals in Berschweiler bei mehreren landwirtschaftlichen Betrieben im Einsatz.

Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr aber auf der Kartoffelernte. Im Frühjahr wurden Kartoffeln gelegt und bis zum Feldtag erntereif gehegt und gepflegt. Diese werden mit dem Samro-Vollernter, sowie mit einem Siebroder zum Auflesen in Körbe und Säcke geerntet.
Eine weitere Attraktion wird das Kartoffelkochen in großen Kesseln sein, welche zum Verzehr mit Quark oder Salz serviert werden. Auch in diesem Jahr werden wieder die Ackerbearbeitung vom Pflügen mit dem Pferd und kleinen alten Traktoren bis hin zum großen, modernen Ackergerät vorgeführt. Getreide mähen mit dem Mähbinder, Dreschen mit der Dreschmaschine und Bautz-Mähdrescher, sowie das Pressen des Strohs mit der Hochdruckpresse und vieles mehr werden vorgeführt. Neben einer Ausstellung historischer Schlepper gibt es für die kleinen Gäste einen Streichelzoo. Die Vorführung historischer Maschinen wird aber im Mittelpunkt stehen.

„Die ersten Vorbereitungen starteten Ende April mit der Vorbereitung des Ackers und dem Setzen der Kartoffeln. Zurzeit werden Reparaturen am Mähbinder (Bautz) und an der Dreschmaschine durchgeführt. Mit dem Pferd wir das Pflügen geübt und das Ziehen eines Leiterwagens. Die Kartoffelernte steht kurz bevor. In den nächsten 14 Tagen werden wir die Kartoffeln ausmachen und für den Kartoffelstand vorbereiten. Am Feldtag selbst dürfen Kinder bei der Kartoffelernte mithelfen“, sagen Andreas Gerhardt und Jörg Heydt, die zu den Organisatoren zählen.
„Aber auch die örtlichen Vereine sind mit den Vorbereitungen auf Hochtouren dabei und organisieren alles, damit auch für das leibliche Wohl nichts zu kurz kommt. Für den Feldtag werden ca. 35 Helferinnen und Helfer sichtbar aktiv mitwirken“, ist die Meinung des Veranstalters.

Dorfschelle 09.08.2017

„Meine Kinder sollen doch mal sehen, wie früher Landwirtschaft betrieben wurde“ so hieß es bei Jörg Heydt, einem der vier Feldtag-Initiatoren. Zusammen mit Frank Stumm, Andreas Gerhardt und Patrick Schaab hauchten sie dieser Idee Leben ein. Sie wollten die Maschinen vorführen, mit ihnen arbeiten und die Historie aufblühen lassen. Das war vor einem Jahr und wurde zu einem überraschend großen Erfolg, der am 24.August 2015 auf dem Berschweilerer Sportplatzgelände seine Fortsetzung fand.
Zur Vorbereitung des Historischen Feldtages betrieben die Initiatoren erheblichen Aufwand. Zielsicher suchten sie zum Beispiel den Mähdrescher Bautz T600 mit Sackstand im Internet und ergänzten so ihre Sammlung. Jede Menge Reparaturen und Instandhaltungsmaßnahmen waren erforderlich.
Tatkräftig in der Programmfolge unterstützt wurden die vier hauptamtlichen Feldtag-Landwirte von ca. 20 weiteren Personen.

Allen voran Anna Jaschok, die Kaltblut Tom vor den Pflug oder den Leiterwagen spannte und damit die Zeit um 60 bis 70 Jahre zurückdrehte. Traktoren der vergangenen Jahrzehnte pflügten mit Ein- und Zweischarpflug, grubberten, mähten Grünfutter mit Mähbalken und Balkenmäher, wendeten Heu, fuhren es zusammen mit dem Sternradwender (Spinne) oder dem Schubrechenwender (Polyp-Hagedorn). Da wurden Bulldogs/Traktoren vor den Mähbinder (Bautz) gespannt, die Garben wurden aufgestellt und mit der Dreschmaschine gedroschen. Alternativ kam auch der neu erworbene Mähdrescher zum Einsatz. Eine Hochdruckballenpresse presste Strohballen, die vollen Getreidesäcke fanden auf dem Erntewagen Platz. Die Schlepperfreunde und Aussteller aus Heimweiler, Hirschfeld, Kastellaun, Limbach, Merxheim, Meddersheim, Simmertal gaben mit ihren ausgestellten Traktoren und Maschinen weitere Einblicke in vergangene landwirtschaftliche Zeiten. Landwirte aus Bergen und Berschweiler präsentierten im Gegenzug zu den historischen Teilen top-aktuelle Landmaschinen. Der technische Fortschritt der letzten Jahrzehnte ist enorm und viele kamen aus dem Staunen nicht heraus. Ein Tageshighlight war die Kartoffelernte. Mit dem Samro-Vorrats- und einem Schwingsiebroder wurden die Kartoffeln „ausgemacht“. „Wie die Möwen einem Fischkutter folgen“, so berichtete Clemens Dorn, der die Veranstaltung moderierte, stürmten die Kinder, die als Erntehelfer eingeladen waren, das Feld und lasen Kartoffeln auf, die sie mit nach Hause nehmen durften. Da konnten die „Bauern“ gar nicht schnell genug vorankommen, um diesem Erntehelfer-Ansturm gerecht zu werden. Die Kinder hatten einen Riesenspaß. Ihnen gefielen auch Heutraktor und Schwalbenhof-Streichelzoo mit Wollschweinen und Kälbchen und die Springburg.

Text auch in der Dorfschelle 36/2015

Das Morgenprogramm eröffneten die Jagdhornbläser Kirn/Hellberg. Hubert Paal, der Ortsbürgermeister der Gemeinde, freute sich, die zahlreichen Besucher zu dieser nicht alltäglichen Veranstaltung in dem beschaulichen Berschweiler begrüßen zu dürfen. Das Programm stellte das Organisationsteam zusammen (Jörg Heydt, Frank Stumm, Patrick Schaab, Andreas Gerhardt). Anna Jaschok zeigte mit Kaltblut Tom die Arbeit mit dem Pferd, zwanzig weitere Helfer aus Berschweiler und anderen Gemeinden führten ebenfalls Landarbeiten anno dazumal vor. Die Interessengemeinschaft „Historischer Feldtag“ (Gesangverein, Landfrauen und Sportverein Berschweiler, Landgasthaus Schmidthöfer, Demeterbetrieb Schwalbenhof e.V. und Andere) unterstützte die Veranstaltung und kümmerte sich um die Bewirtung. Hand in Hand arbeiteten alle Teams miteinander. Viele Kuchenbäcker aus Berschweiler, einige auch aus Nachbargemeinden, spendeten fürs Kuchenbuffet. Frischer Hefekuchen wurde von einer Gruppe noch am Sonntagmorgen gemeinsam gebacken. Die Strohrestaurant-Belegschaft hatte sich sogar einheitliche Kleidung genäht. Jede Menge Arbeit steckte schon in der Vorbereitung. Nur so war es möglich, die ca. 1.500 Gäste in dem kleinen Dorf bewirten zu können. Für die Moderation des Tagesprogramms wurde Landwirt Clemens Dorn eingespannt, der wunderbar alle Arbeitsgänge fachmännisch erklärte und das Publikum informierte.
Wunderbares Wetter, Zelte und Strohrestaurant mit Rundballen-Stehtischen zum Verweilen, leckeres Essen, ein abwechslungsreiches, vielfältiges Programm, begeisterte Gäste und die spürbare Teamarbeit machten den Historischen Feldtag zu einer sehr gelungenen Veranstaltung, auf die ein so kleines Dorf wie Berschweiler stolz sein kann. Dafür ein großes Lob und herzliches Dankeschön an alle Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen. Ohne sie hätte die Veranstaltung nicht stattfinden können.

Text auch in der Dorfschelle 36/2015

Kartoffel steht im Mittelpunkt

Der zweite Feldtag in Berschweiler am Sonntag, 23. August – um 10 Uhr beginnend – wirft seine Schatten voraus. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Felder für die Vorführungen sind angemäht, um einen reibunglosen Ablauf zu gewährleisten, damit die vielen Gäste, die erwartet werden, einen Tag in der Vergangenheit erleben, und dabei eintauchen können in eine Landwirtschaft wie zu Großelterns Zeiten.
Am letzten Wochenende wurden mit einem alten Bautz-Mähdrescher mit seitlichem Sackstand die Felder angemäht. Dieser Mähdrescher war vor 50 Jahren in Deutschland sehr verbreitet. Die meisten dieser Maschinen wurden über die Jahre mit einem Korntank versehen, um das Getreide lose auf einen Anhänger zu verladen. Mittlerweile sind die meisten schon ein Opfer des Schrotthändlers geworden.
Der Veranstalter hat bei der Suche nach solch einem Mähdrescher darauf geachtet, dass dieser noch im Originalzustand und ohne Körnertank, also nur mit Sackstand, ist. Ein Bautz T 600 Mähdrescher war schnell gefunden. In Vorbereitung auf den zweiten Feldtag wurde jetzt der erste Getreideertrag ordnungsgemäß beim Landhandel Werner in Kirn wie vor 50 Jahren in Säcken angeliefert.
Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr aber auf der Kartoffelernte. Im Frühjahr wurden Kartoffeln gelegt und bis zum Feldtag erntereif gehegt und gepflegt. Diese werden mit dem Samro-Vollernter, sowie mit einem Siebroder zum Auflesen in Körbe und Säcke geerntet.
Hier hoffen die Veranstalter auf tatkräftige Unterstützung der Zuschauer, die dann auch einen Einblick in die Kartoffelernte in früherer Zeit bekommen. Es werden verschiedenste Maschinen zur Kartoffelernte vorgeführt wie auch ausgestellt.
Eine weitere Attraktion wird das Kartoffelkochen in großen Kesseln sein, welche zum Verzehr mit Quark oder Salz serviert werden. Auch in diesem Jahr werden wieder die Ackerbearbeitung vom Pflügen mit dem Pferd und kleinen alten Traktoren bis hin zum großen, modernen Ackergerät vorgeführt. Getreide mähen mit dem Mähbinder, Dreschen mit der Dreschmaschine und Bautz-Mähdrescher, sowie das Pressen des Strohs mit der Hochdruckpresse und vieles mehr werden vorgeführt. Neben einer Ausstellung historischer Schlepper gibt es für die kleinen Gäste einen Streichelzoo. Die Vorführung historischer Maschinen wird aber im Mittelpunkt stehen.
Es werden sich wieder rund 50 Helferinnen und Helfer aus den drei Ortsvereinen Sportverein, Gemischter Chor und Landfrauen um das Organisationsteam Andreas Gerhardt, Jörg Heydt, Patrick Schaab und Frank Stumm scharen. Ein großes Anliegen des Veranstalters ist es, Maschinen und Geräte nicht nur auszustellen, sondern auch in ihrer Funktion zu erklären und vorzuführen. Jeder der noch einen alten Traktor besitzt, ist herzlich eingeladen, diesen auszustellen oder auch mit einem Ackergerät vorzuführenn, Telefon 0175-2091591 oder 0170-9639292, www.feldtag.org.

Nahe Zeitung vom Dienstag, 11. August 2015, Seite 17 _foto

 

Dorfschelle 2015/34

„Landwirtschaft anno dazumal“ wird am Sonntag, 23. August 2015 ab 10.00 Uhr anlässlich des zweiten historischen Feldtages auf dem Sportplatzgelände in Berschweiler bei Kirn vorgeführt. Jörg Heydt, Patrick Schaab, Andreas Gerhardt und Frank Stumm sind die Initiatoren und Ideen-Geber. Unterstützt werden sie bei der Umsetzung u.a. von Anna Jaschok (Arbeit mit dem Pferd) und vielen weiteren Berschweiler Bürgern.
Wie bereits im vergangenen Jahr auch, dürfen sich die Gäste auf die Vorführung der historischen landwirtschaftlichen Geräte freuen. Sie werden nicht nur gezeigt und präsentiert, sie werden zum Einsatz kommen. Alte Traktoren laufen auf den Feldern mit den dazu passenden Maschinen für z.B. Ackerbau, für die Kartoffelernte, das Heuwenden, das Getreideernten u.v.m.
Das Programm für den 23. August ist reichhaltig, nonstop sind Vorführungen geplant, können alte Maschinen und ein großer Traktorfuhrpark besichtigt werden. Ein Streichelzoo erfreut die Kinder. Die Interessengemeinschaft „Historischer Feldtag“ ist für den Ansturm der Gäste gewappnet, für Getränke und Essen ist gesorgt. Das Organisationsteam behält sich Programm-Änderungen vor. „Gutes Wetter“ ist wünschenswert, damit alle Vorführungen gelingen. Selbstverständlich werden auch in diesem Jahr alle Arbeiten entsprechend fachmännisch erläutert und erklärt. Wir sind schon ganz gespannt und freuen uns auf das Ereignis.

Feldtag Tom2015 Wagen bw

Dorfschelle 2015/34

Wie die Kartoffelernte vor 70 Jahren funktionierte, hat Edgar Kissel aus Berschweiler in seinem Buch festgehalten:

Wenn im Herbst die Männer mit den Fuhrwerken und der Saat beschäftigt waren, „begannen die Frauen damit, die Kartoffelfelder (Krumbieresticker) mit dem „Krumbierekarsch“ anzugraben, die Kartoffelernte begann.

Manche Kleinbetriebe machten die „Krumbiere“ ganz von Hand aus, manche mit dem Pflug, wobei man die Furche noch mit dem Karsch durchkratzen musste. Größere Betriebe hatten schon einen Kartoffelroder. Wir hatten eine ganz alte Kartoffelmaschine. Sie hatte fünf Auswurfgabeln, die jeweils mit einem 1,20m langen Stock versehen waren. Die Stöcke liefen oben in einem Ring umeinander auf und nieder. Sie hatten die Funktion, die Gabeln immer senkrecht zu halten. Die Roder damals warfen eine Reihe aus, welche – um nicht von der nächsten zugeschüttet zu werden – beiseite gescharrt oder alle paar Meter auf Spreiten gerafft werden musste.

Wenn eine Tagesration ausgeworfen war, konnte der Fuhrmann mit seinem Gespann wieder anderen Arbeiten nachgehen, während die restliche Familie mit dem Auflesen der Kartoffeln begann. Es wurden drei Sortimente gemacht: Dicke, Legekartoffeln und kleine bzw. beschädigte. Für das Auflesen der Letzteren waren meistens wir Kinder zuständig, ob es uns gefiel oder nicht. Hin und wieder wurde ein Feuerchen gemacht und Kartoffeln darin gebraten. Das entschädigte uns wieder für alles. Wir Kinder hatten damals vierzehn Tage Herbstferien, damit wir bei der Kartoffelernte helfen konnten, dafür waren die Sommerferien kürzer als heute. Die Kartoffel war ein Hauptnahrungsmittel und nebenbei noch ein Hauptfuttermittel für die Schweinemast. Die kleinen Kartoffeln wurden an die Schweine verfüttert, man kochte sie in einem großen Kessel mit eigener Feuerung und zerstampfte sie. Viele Betriebe hatten ein Kartoffelsilo, dann kam im Herbst die Dämpfkolonne vom Raiffeisen und die kleinen und Futterkartoffeln wurden eingedämpft und so konserviert und haltbar gemacht.“