Historischer Feldtag 2014

 

 

Programm Feldtag 2014

 

Feldtag 2014_Plakat

Feldtag 2014_Plakat

Historischer Feldtag in Berschweiler bei Kirn am 24.08.2014, ab 10.ooUhr

In Berschweiler bei Kirn wird am 24.August 2014, ab 10.ooUhr, ein historischer Feldtag veranstaltet. Historische Landmaschinen kommen zum Einsatz, werden vorgeführt, historische Schlepper können besichtigt werden, ein Streichelzoo wartet auf die Kinder.

Die Interessengemeinschaft der Ortsvereine Berschweiler lädt zu diesem Ereignis auf das Gelände rund um den Sportplatz ein. Die Männer haben viel Zeit und Arbeit in die Instandsetzung der alten Gerätschaften investiert und freuen sich, die Landwirtschaft der Kriegs- und Nachkriegszeit vorzuführen. Ein Mähbinder wird zum Einsatz kommen, die Dreschmaschine funktioniert, echte Pferdestärken können bewundert werden bei der Feldarbeit und vieles mehr. „In den 1930er Jahren kamen die ersten vier oder fünf Bindemäher (Selbstbinder) nach Berschweiler, in den 1950er Jahren kamen noch einige hinzu. Der Bindemäher war damals eine große technische Errungenschaft und eine große Erleichterung bei der Getreideernte. Beim Bindemäher fiel das Getreide mit Hilfe eines Haspels vom Mähbalken auf den Tisch. Das war ein stabiles Leinentuch mit Holzleisten drauf, das mit Holzrollen von Ketten angetrieben rund lief. Die Holzleisten nahmen das Getreide mit, beförderten es zwischen zwei weitere Rolltücher, die es zum Bindetisch brachten. Hier sorgten Rüttler und Packer dafür, dass das Getreide schön geordnet in die Bindevorrichtung gelangte. Zum Binden benutzte man Sisalbindegarn, später auch Kunststoffgarn, das aus einem runden Blechkasten durch mehrere Ösen in die Nadel führte. Bei gewissem Druck  klickte die Nadel um die Garbe zum „Knipper“ und stieß sie sauber gebunden zur Seite aus. Der Bindemäher lief auf einem großen Antriebsrad, einem kleinen Außenrad und einem zweirädigen Vorderkarren mit Deichsel.Für den Transport auf Wegen musste man ihn umbauen. Zwei kleine Transporträder wurden mit wenigen Handgriffen an den Längsseiten eingesteckt, das große Antriebsrad mit einer Kurbel hochgedreht und schon war der Bindemäher transportfähig.

Es waren die Marken Lanz, Bautz, Mc Cormick, Fella und Fahr.  Wer keinen Bindemäher besaß, machte in dieser Zeit die „Fruucht“ (Getreide) mit der Mäh-maschine ab. Manche Bauern hatten zwei Mähmaschinen, eine zum Grasmähen und eine zum Abmachen von Getreide. Wer nur eine besaß, musste sie für die Getreideernte umfunktionieren. Beim Bindemäher, wie auch bei der Abkleck-Maschine, musste – wenn der Nachbar noch nicht gemäht hatte – ein Mahden (Schwaden) angemäht werden. Wenn die Getreidekasten, die wie die Soldaten in Reih und Glied auf den Feldern standen, so acht bis vierzehn Tage trockenes Wetter hatten, waren die Körner ausgereift, und es konnte mit dem Einfahren begonnen werden. Auf dem großen Ährenleiterwagen, der mit einem großen Leinenwagentuch abgedichtet war, damit keine Körner verloren gingen, wurden die Garben exakt geladen nach Hause gefahren. Unter den Kasten hatten sich in der kurzen Zeit die Mäuse eingenistet und fühlten sich wie im Paradies. Wir Kinder zogen beim Aufladen den großen Eisenhans (1,5m breiter Eisenrechen mit ca. 30 cm langen Zinken) hinterher, damit nur ja nichts liegen blieb. Auch die Felder wurden – sobald die Kasten aufgestellt waren – mit dem Eisenhans gescharrt, was harte Arbeit war. Gleich nach dem Krieg, in der schlechten Zeit, kamen Städter aufs Land, um mit dem Sammeln der liegen gebliebenen Ähren auf den abgeernteten Feldern ihre Not ein wenig zu lindern. Das eingefahrene Getreide musste bis zum Dreschen in der Scheune zwischen gelagert werden. Beim Abladen benötigte man drei bis fünf Helfer, bis alles bis zur obersten Spitze verstaut war.“ (Auszug aus dem Buch von Edgar Kissel, Berschweiler). Neugierig geworden, interessiert? Dann heißt es den 24.8. vorzumerken und in Berschweiler vorbeizuschauen. ahi. 

 

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